Startseite
NEWS * 02.02.2012 * NEWS
SCHREIBEN AN DIE BAHN
REAKTIONEN UND ERFAHRUNGSBERICHTE
PREISE IN ANDEREN LÄNDERN
OCHO IN DEN MEDIEN
    OCHO IM FERNSEHEN
    OCHO IM RADIO
    OCHO IN DER PRESSE
TERMINE
OCHO´s HUNDEYOGA
OCHO & FRIENDS
DIASHOW
IN EIGENER SACHE
LINKS
WEITERE WEBSITES
KONTAKT/IMPRESSUM
OCHO´s GÄSTEBUCH

OCHO




Nach oben

DOGS-ARTIKEL I


Weil Frauchen eine Wochenend-Ehe führt, kriecht Jagdhund Ocho jeden Freitag unter enge Zugsitze und ärgert sich: Kinder zahlen denselben Fahrpreis, dafür spart man bei Vierbeinern am Service

Von wegen Hunde sind König. Ocho muss im Zug aufpassen, dass keiner auf seine Pfoten tritt …

UNTERWEGS [101] Das ist vielleicht ein Getümmel hier! Eben bin ich
noch einem Rollkoffer ausgewichen, da fährt mir von der anderen Seite fast ein Kinderbuggy über die Pfoten. Im Slalom schlängele ich mich hinter Frauchen an zahllosen Menschenbeinen vorbei. Meine Nase kann die vielen Eindrücke kaum verarbeiten, in der großen Halle rattern Züge hin und her, und mir ist ganz schwindelig vor lauter Gerüchen. Es riecht nach Bratwurst, Pommes, Brötchen und nach Mensch. Zum Schnüffeln oder gar zum Beinheben komme ich überhaupt nicht, ich werde nur hin- und hergeschubst, angerempelt und, wenn ich nicht aufpasse, auch noch getreten.
Eine laute Stimme lässt mich zusammenzucken. „An Gleis 14 erhält Einfahrt der Intercity 2112 zur Weiter-fahrt nach Chur, über Bremen, Dortmund und Essen.“ Schrecklich dieser Krach. Zu allem Überfluss hat Frauchen mir auch noch diesen blöden Maulkorb umgebunden. Der drückt auf der Nase, und alle Menschen haben Angst vor mir, weil sie denken, ich sei bissig. Das stimmt aber überhaupt nicht, denn ich bin ein ganz lieber Kerl. Den Maulkorb muss ich nur tragen, weil wir gleich in den Zug einsteigen, und dort ist das Vorschrift, sagt Frauchen. Der Zug fährt mit Getöse in den Bahnhof ein und das Quietschen der Bremsen schmerzt in meinen Ohren. Mit einem gekonnten Sprung bin ich im Waggon und folge Frauchen durch den engen Gang auf der Suche nach unseren Plätzen. Sie hat zwei nebeneinander liegende Sitzplätze gebucht. Unter dem einen Platz breitet sie die mitgebrachte Decke aus und ich rolle mich darauf zusammen. Der Schaffner pfeift, was klingt, wie Herrchens Pfiff klingt. Aber nur der Zug setzt sich in Bewegung.

Ich fahre sehr oft mit der Bahn. Meistens freitags von Hamburg nach Essen. Mein Herrchen arbeitet dort und Frauchen fährt fast jedes Wochenende zu ihm. Ich bin natürlich immer dabei, schließlich gehöre ich ja zur Familie. Frauchen sagt, die Hin-und-Herfahrerei mit der Bahn sei ziemlich teuer, aber besser für die Umwelt, als mit dem Auto zu fahren. Sie hat als Vielfahrerin selbstverständlich eine Bahncard 50 und fährt damit zum halben Fahrpreis. Weil es für mich keine gesonderten Fahrausweise gibt, muss sie für mich eine Kinderkarte lösen. Dabei bin ich gar kein Kind. Aber was noch schlimmer ist: Ich habe keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, auch wenn ich nur darunter liegen würde. Das ist auch ein Grund, warum ich Zugfahren nicht so sehr mag, denn ich muss mich immer ganz klein machen, bekomme wenig Luft, der Maul-korb drückt und ich werde auch oft getreten. Ich verkrieche mich ganz hinten unter dem Sitz. Armer Hund, ich.

Beim letzten Mal hatte Frauchen nur einen Einzelplatz reserviert. Das war noch enger als sonst und außerdem war es sehr heiß im Zug. Die Klimaanlage war ausgefallen. Die Schaffnerin streichelte mich. „Nehmen Sie ihm doch den Maulkorb ab“, sagte sie zu Frauchen, „der arme Kerl bekommt ja kaum Luft!“ Frauchen schnallte mir also dieses dumme Ding vom Gesicht und so konnte ich wenigstens meine Zunge weit heraushängen lassen. Plötzlich stieg mir ein himmlischer Duft in die Nase. Schräg vor uns saß ein älteres Ehepaar und verzehrte ein Wurstbrot. Das roch so lecker und ich überlegte, wie ich dort hinkommen konnte, ohne dass Frauchen es merkt – Betteln ist mir strengstens verboten! Ich versuchte, langsam zum Wurstbrot hinüberzurobben, und reckte meinen Hals lang und länger in die Richtung, aus der dieser herrliche Geruch kam. Die alte Dame hatte mich auf meiner Kriechtour in ihre Richtung entdeckt und wandte sich lächelnd mit der Frage an Frauchen, ob sie mir ein Stück Brot abgeben dürfe. Frauchen lehnte freundlich ab und murmelte irgendwas von Erziehung. Mist, dachte ich, manchmal ist es wirklich blöd, wenn man ein gut erzogener Hund sein muss. Dadurch aber, dass ich mich so lang gemacht hatte, ragten meine Pfoten ein Stück unter Frauchens Sitz in den Gang hinein. Und ein Mann, der aussteigen wollte, trat mir so kräftig auf die Pfote, dass ich laut aufjaulte. Das tat weh und ich hätte ihm liebend gern ins Bein geschnappt. (Wäre ja möglich gewesen, ich war ja mit Erlaubnis der Schaffnerin ohne Maulkorb!) Frauchen vermasselte mir das aber, denn sie griff sofort in mein Halsband und hielt mich fest. Der Mann, der mich getreten hatte, pöbelte mein Frauchen trotzdem noch an. Als wir in Essen ausstiegen, war Frauchen total mit den Nerven fertig und ich humpelte mit hängenden Ohren hinter ihr her.



Nach oben

DOGS-ARTIKEL II

Ich verstehe nicht, warum es die Deutsche Bahn uns Hunden so schwer macht? Wir stören doch viel weniger als manche Menschen. Wir haben keinen Rucksack auf dem Rücken, den wir den Mitreisenden auf der Suche nach einem Sitzplatz an den Kopf schlagen, wir verpesten nicht mit einem nach Knoblauch riechenden Döner den halben Wagen, wir nerven den Schaffner nicht mit dummen Fragen und telefonieren nicht mit dem Handy, so dass auch der letzte Mitreisende unsere Familiengeschichte erfährt. Wir liegen einfach nur friedlich unter dem engen Sitz.

Frauchen sagt zu Herrchen: „Wenn schon Kinderkarte, dann bitte auch Kinderermäßigung und Platzkarte für stressfreies Reisen.“ Daher beantragt sie für mich eine Kinder-Bahncard. Sie füllt den Antrag vorschriftsmäßig aus. Mit Foto von mir und allen erforderlichen Angaben. Ein paar Tage später findet Frauchen ein Schreiben von der Bahn in ihrer Post, das an mich gerichtet ist. Ich bin zwar schon acht Jahre alt und kann hervorragend hören, gut sehen und besonders gut riechen, nur mit dem Lesen hapert es ein wenig. Das ist doch keine Schande, oder? Die Bahn schreibt, sagt Frauchen, sie freue sich, dass ich mich für die Bahncard entschieden habe. Zur Ausführung meiner Bestellung fehlte allerdings ein Foto. Frauchen schickt also noch einmal ein Foto von mir.
Daraufhin teilt die Bahn ihr mit, dass es keine Bahncard für mich geben kann, weil ich ein Hund bin und Tiere bei ihrer Beförderung in Personenzügen von jeher eine besondere Situation darstellen. Das läge aber nicht im eigentlichen Transport, sondern in der Akzeptanz der Mitreisenden begründet. Viele Menschen hätten Angst oder würden allergisch auf Tiere reagieren. Frauchen sagt, das versteht sie gut, aber so wie es früher Raucherabteile gab, könnte die Bahn doch auch ein Hundeabteil einrichten. Dann könnten alle Reisenden, die keine Tiere mögen, dieses Abteil meiden. Die Bahn schreibt weiter, dass Vögel und Katzen grundsätzlich in entsprechenden Transportbehältnissen befördert würden, während sich größere Hunde – wie ich an der Leine – relativ frei im Zug bewegen könnten. Aber ich sehe einfach nicht, welchen Vorteil die mir da verkaufen wollen? Beim Fußball kostet ein Stehplatz ja auch weniger als ein Sitzplatz, oder?

Ich frage mich, wie es mit Vögeln und Katzen anders funktionieren soll? Sollen die etwa frei, wild flatternd und laut kreischend durch das Abteil fliegen und sich auf die Gepäckablage retten, während die unverpackten Katzen mit einem großen Sprung hinter ihnen her hechten? Ich hätte nichts dagegen, denn dann käme mein Auftritt! Ich bin ja schließlich ein Jagdhund. Und in den Transportbedingungen steht nichts von einer vorgeschriebenen Länge für meine Leine. Frauchen könnte mich an eine dieser Leinen hängen, die sich abrollen, wie wenn man eine Angelschnur auswirft. So hätte ich eine reelle Chance auf jagdlichen Erfolg. und mir würde das Zugfahren endlich Spaß machen!WENN HUNDE ZUG FAHREN WOLLENDIE DEUTSCHE BAHN
Bei der Deutschen Bahn gelten folgende Regeln für die Beförderung von Hunden:
Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze können kostenlos in einem Transportbehälter mitgenommen werden. Hunde, die nicht in ein Transportbehältnis passen, zahlen den Fahrpreis wie alleinreisende Kinder zwischen 6 und 15 Jahren. Das ist die Hälfte des normalen Fahrpreises. Hierbei ist die Größe des Hundes nicht maßgeblich, denn ohne Transportbehältnis zahlen auch Dackel oder Chihuahua den Kinderfahrpreis.
Eine Fahrt von Hamburg nach Essen und zurück in der 2. Klasse kostet demnach für einen Hund 67 Euro. Der Hundebesitzer zahlt für diese Fahrt 134 Euro, besitzt er eine Bahncard 50, zahlt er so viel wie sein Hund, Ausnahmen gibt es: In vielen Regionalzügen ist die Beförderung von Hunden kostenlos.


DES WEITEREN GILT FÜR HUNDE:
Größere Vierbeiner müssen an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Ausgenommen davon sind nur Behinderten-begleithunde und Blindenhunde.
Fahrkarten für Hunde können nicht online gebucht werden.
Für Hunde können keine Sitzplatzreservierungen bestätigt werden.
Für Nachtzug-Verbindungen und DB-Autozug gelten besondere Bedingungen.
DER LÄNDER-VERGLEICH
ÖSTERREICH:
Für Hunde gibt es eine Tageskarte für alle Züge zum Preis von 2,90 Euro, eine Wochenkarte zum Preis von 6,50 Euro und eine Monatskarte für 19,60 Euro.
SCHWEIZ: Die Schweizer Bundesbahn SBB bietet eine Bahncard für Hunde für Bahn, Schiff und Bus zum Preis von 650 Franken pro Jahr an, unabhängig von der Klasse, in der Frauchen oder Herrchen reisen.HOLLAND: Hier kostet eine Tageskarte für einen Hund, die „Daagkaart Hond“, 3 Euro.ITALIEN: Seit Oktober 2008 sind große Hunde generell nicht erlaubt, kleine Hunde dürfen nur in Taschen mitgeführt werden.
BAHNBRECHEND? Caren Mietke-Wieting und Deutsch-Drahthaar Ocho kämpfen für Gleichberechtigung beim Zugfahren. Weitere Informationen im Internet unter www.hundebahncard.de



Nach oben

TRAVEL ONE




Nach oben

TRAVEL ONE




Nach oben

IM NACHFOLGENDen FOCUS-ARTIKEL STECKT EIN FEHLER!

ICH MÖCHTE NATÜRLICH NICHT MIT 100 HUNDEN
NACH BERLIN FAHREN, SONDERN NUR MIT EIN PAAR MEINER
FREUNDE.
FRAUCHEN SAGT NÄMLICH, SIE MÖCHTE KEINEN ÄRGER MT
DER BAHN, SONDERN EINE FAIRE KOOPERATION.
OB DAS WOHL KLAPPT?

WUFF
Sagt Ocho



Nach oben

FOCUS VOM 19.01.2009




Nach oben

ALLES FÜR DIE FRAU




Nach oben